Waste Warrior of the Month: Simone von "Foodsharing Zürich"

Magst du uns ein paar Dinge über dich erzählen? Was ist dein Werdegang?

Lange Zeit hatte ich nicht viel mit Fragen zu Nachhaltigkeit zu tun. Ich habe Maschinenbau studiert, was mich zu meinem derzeitigen Job als Prozessingenieurin geführt hat. Allerdings haben mir irgendwann die Faktoren Mensch und Umwelt zu sehr im Studium gefehlt, sodass ich meine Fühler weiter ausgestreckt habe. Als ich so vom Konzept von foodsharing hörte, war ich sofort begeistert und habe mich diesem Netzwerk angeschlossen. Seitdem bin ich bei foodsharing aktiv – sei es anfangs in Stuttgart oder jetzt in Zürich, als Foodsaverin, Betriebsverantwortliche und als Botschafterin.

Was ist "Foodsharing Zürich?" und wie entstand die Idee?

Foodsharing Zürich ist eine lokale Gruppe vom Netzwerk foodsharing, das im deutschsprachigen Raum verbreitet ist. Unsere Mission ist, Lebensmittel, die sonst weggeworfen würden, vor der Tonne zu retten und zum Verzehr zur Verfügung zu stellen – sei es durch Abholungen von Resten bei Betrieben oder durch den Tausch von Übriggebliebenem privat und in öffentlichen Lebensmittelschränken, sog. Fairteilern.

Foodsharing wurde von zwei Personen 2012 gegründet: Valentin Thurn hatte nach der Veröffentlichung seines Films „Taste the waste“ eine Plattform für den privaten Lebensmitteltausch erstellt, während Raphael Fellmer als ursprünglicher Containerer begann, mit Freunden bei Betrieben nach Ladenschluss Lebensmittel zu retten, und weitere Helfer suchte.

Aktuell holen über 62'000 FoodsaverInnen foodsharing-weit Tag für Tag bei Betrieben ab – und es werden ständig mehr.

Was bedeutet Food Waste für dich?

Ich sehe in Foodwaste nicht nur das Lebens-mittel, das weggeworfen wird. Ich sehe auch die Ressourcen, die es brauchte, um es herzustellen und in den Laden zu bringen: Wasser, Erde, Benzin, Arbeitskraft etc.. Und vor allem ist Foodwaste für mich ein Ausdruck von Unbewusstheit. Wissen wir unsere Nahrung als Lebensträger zu schätzen? Ist uns bewusst, was der Einsatz war, um dieses Lebensmittel bis in meinen Kühlschrank zu bringen? Ist uns klar, was unser Lebensstil für uns, für andere und die Umwelt bedeutet? Leider beantwortet die horrende Menge an Lebensmittelabfall in der Schweiz und in Deutschland diese Fragen mit „Nein“.

Wie können wir unsere Zukunft nachhaltiger gestalten?

Eigentlich müsste die Frage heissen: Wie können wir unser Jetzt nachhaltiger gestalten? Und dieser Unterschied ist in meinen Augen sehr wichtig! Wir können und sollten in jedem Moment bewusst entscheiden, was der langfristig bessere, der lebensbejahendere, der ökologisch sinnvollere Weg ist. Bio oder konventionell, Flugzeug oder Bahn, neu oder Second-Hand… Ich bin überzeugt, dass wir in den allermeisten Fällen die „nachhaltigere“ Variante bereits kennen.

Was ist dein liebster Nachhaltigkeits-Tipp?

Mein Tipp ist, sich zu fragen, „Was brauche ich wirklich?“, „Was macht mich langfristig glücklich?“, „Was bringt mich darin weiter, ich selbst zu sein?“. Nach diesen Fragen fallen einige Dinge weg, von denen wir glauben, dass sie uns glücklich und zufrieden machen können – was sie aber noch nie konnten. So können wir uns unserem Glück nähern, während wir gleichzeitig Ressourcen sparen und die Umwelt schonen. Win win. 😉

Wie findest du Too Good To Go?

Too Good To Go macht Foodwaste-Retten mainstreamfähig. Durch euch liegt Pizzabestellen genauso nah wie nach der Arbeit eine Portion „Lebensmittelreste“ beim Asiaten nebenan abzuholen.

Ausserdem bringt ihr so die Problematik der Lebensmittelverschwendung mitten in die Gesellschaft. Das finde ich sehr wichtig, damit sich in unseren Köpfen, in unserem Handeln und im Gesamtsystem etwas ändern kann.

Wir ziehen am gleichen Strang!

Ein letztes Wort an unsere Leser?

Ein Lächeln aufs Gesicht, und los geht! 😊


Mehr zu Foodsharing.


Wer sollte der nächste Waste Warrior des Monats sein? Schreib uns!  

Arianna Terzago
Content and community manager

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